Riesterrente – Segen oder Fluch?
18. Juli 2011 | Von Jürgen Grosser | Kategorie: Die sichere GeldanlageDie Riesterrente wurde im Zuge der Reform der gesetzlichen Rentenversicherung 2001 eingeführt. Zum Ausgleich der um 3% gesunkenen staatlichen Rente sollen die Bürgerinnen und Bürger selbst eine privat finanzierte Rente aufbauen. Unter bestimmten Voraussetzungen gibt der Staat Geld dazu.
So kann z.B. eine alleinstehende Frau im Alter von 24 Jahren mit einem Kind im ersten Jahr des Riestervertrages 654€ als Zulage erhalten. Ab dem 2. Jahr der Vertragslaufzeit sind es immerhin noch 454€ jährlich. Nehmen wir an, es bleibt bei einem Kind, bezuschusst der Staat diesen Vertrag mit 13.620€ (40Jahre Laufzeit, Kinderzulage 23 Jahre lang). Ich denke, diese Summe ist nicht zu verachten.
Damit auch wirklich im Alter eine Rente aus diesem Riestervertrag entsteht, sind einige Bedingungen einzuhalten. Es kann kein Geld vor dem 60. Lebensjahr entnommen werden, außer Sie schaffen eigenen Wohnraum. Bei Rentenbeginn können Sie sich maximal 30% des Guthabens als Einmalzahlung geben lassen. Der Rest muss verrentet werden.
Die Rente aus dem Riesetervertrag wird dann besteuert. Also zahlt der Riestersparer einen Teil seiner Zulagen als Steuer im Alter dem Staat zurück. Da wir heute nur in etwa schätzen können wie hoch unsere Alterseinkünfte und damit unsere Steuern sein werden, wissen wir nicht genau was von den Zulagen übrig bleibt. Unstrittig ist jedoch, dass die Zulagen in der Ansparphase des Riestervertrages zur Vermehrung des Guthabens durch die Zulagen selbst sowie durch die von den Zulagen erwirtschafteten Zinsen beitragen.
Die Riester-Renten-Verträge müssen bestimmte Bedingungen einhalten. Damit wird gesichert, dass Ihr Geld und die Zulagen nicht an Wert verlieren können. Durch die notwendigen Sicherungsmaßnahmen können die Anbieter von Riester-Renten-Verträgen keine Traumrenditen darstellen. Sicherheit geht hier vor Ertrag. Die Riesterrente ist neine sichere Geldanlage, zumindest für das eingezahlte Kapital. Um trotzdem Chancen auf gute Renditen zu haben, ist ein Vergleich der Angebote unbedingt erforderlich.
Fazit:
Ein Riester-Renten-Vertrag kann, je nach Ihrer persönlichen Situation, ein sinnvoller Baustein zur Altersvorsorge sein. Ich halte eine von Banken und Versicherungen unabhängige Beratung für notwendig. Denken Sie daran, der Bank- und/oder Versicherungsmitarbeiter, auch wenn er noch so gut ist, kann nur die konzerneigenen Produkte anbieten. Leider sind dies nicht immer die besten Lösungen für Sie.

